Sichtbare Zeichen setzenDiplom-Ingenieur Rolf Töpfer Um die Verbundenheit zu unserer Heimatstadt zu bekunden und dabei an die Geschichte und Entwicklung nachhaltig zu erinnern haben die Düsseldorfer Jonges während der 75 Jahre ihres Bestehens eine Vielzahl "Sichtbarer Zeichen" - so der Titel einer entsprechenden Veröffentlichung - entwickelt, errichtet und gestiftet. Gedenktafeln, Erinnerungszeichen und Denkmäler weisen im öffentlichen Raum oft an sehr exponierter Stelle auf den Bezug zu unserer Stadtgeschichte hin. Die nahezu 60 Werke werden von Heimatfreunden gepflegt, um im öffentlichen Bild repräsentativ unser Stadtbild zu verschönern. Hier wurden für die "Sichtbaren Zeichen" Patenschaften übernommen. Mit folgendem Überblick und Hinweisen auf einige gestiftete Werke ist gleichzeitig ein historischer Bezug ausgeführt. 75 Jahre Düsseldorfer Jonges bedeuten zwar nur rund zehn Prozent der Stadtgeschichte, die Liebe zur Stadt lässt den Bogen aber leicht über mehrere Jahrhundertespannen. Bereits im Gründungsjahr 1932 wurden mit Gedenkplatten und einer Skulptur des Gießerjungen erste "Sichtbare Zeichen" in den öffentlichen Raum gestellt. Die Geschichte des Gießerjungen ist dem Jahr 1711 zugeschrieben, als der Bildhauer Gabriel Grupello beauftragt war, für den Kurfürsten Johann Wilhelm (Jan Wellem) in seiner Düsseldorfer Residenz ein Barock-Reiterdenkmal zu schaffen. Als nämlich nach einem ersten misslungenen Guss auch beim zweiten Mal zu wenig Material kalkuliert worden war, sammelte der Gießerjunge in aller Eile metallene Gegenstände. Er bat alle beobachtenden Besucher auf dem Marktplatz um Ringe und andere Schmuckstücke, damit das Defizit an Material ausgeglichen werden konnte. Tatsächlich gelang dank der Hilfe des Gießerjungen trotz aller Zweifel von Grupello ein vorzügliches und umjubeltes Gussstück. Die Sage über den Gießerjungen erfreut sich in der Düsseldorfer Bürgerschaft großer Beliebtheit. Die Düsseldorfer Jonges beauftragten deshalb 1932 den Bildhauer Willi Hoselmann, eine Skulptur des Gießerjungen anzufertigen. Heute steht der Gießerjunge nebst Beschreibungstafel im Herzen der Altstadt, am Durchgang vom Marktplatz zum Rheinufer, dicht beim Reiterstandbild des Kurfürsten. Ebenfalls an exponierter Stelle in der Altstadt steht der Fischerjungen-Brunnen, den die Düsseldorfer Jonges anlässlich des 650-jährigen Stadtjubiläums von Düsseldorf, wiederum vom Künstler Willi Hoselmann, anfertigen ließen. 1938 entstand auf dem Stiftsplatz im Schatten von St. Lambertus der Brunnen mit seinen wasserspeienden Fischen am Brunnenschaft. Düsseldorf als Fischerdorf, wo die Fischerei über Jahrhunderte eine Rolle spielte als wichtige Nahrungsquelle und auch als Erwerbsquelle. Erst mit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts sowie durch Stromregulierungen und später durch den Einfluss der Abwassereinleitungen gingen die Lebensräume für die Rheinfische und somit die Erwerbsgrundlage der Rheinfischer zurück. Auf dem Burgplatz steht der Radschläger-Brunnen, den die Düsseldorfer Jonges im Jahre 1954 der Stadt übergaben. Nach einem Entwurf des Künstlers Alfred Zschorsch wurde der Brunnen aus einem etwa 25 Tonnen schweren Block aus fränkischem Muschelkalk herausgearbeitet zu einer immerhin noch 13 Tonnen schweren Brunnenschale. Auf dem Mittelteil schlagen zwei Jungen Rad. Die Bronzefiguren wurden - wie eine Vielzahl anderer "Sichtbarer Zeichen" - in der Kunstgießerei Schmäke erstellt. Über den Brauch des Radschlagens gibt es eine Vielzahl von zugeordneten Deutungen. Besonders beliebt ist die Rückführung des Radschlagens auf das Jahr 1288, als Düsseldorf nach der Schlacht bei Worringen die Stadtrechte erhielt. Damals sollen die Kinder vor Freude radgeschlagen haben; eine liebenswerte Tradition, die wir heute leider nur noch selten im Stadtbild sehen, obwohl sich in der Vergangenheit viele Generationen von Jugendlichen ihr Taschengeld auf diese Weise erheblich aufbessern konnten. Der Heimatbrunnen in unmittelbarer Nachbarschaft der Maxkirche wurde von den Jonges anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums der Stadt übergeben. Der knapp fünf Meter hohe Bronzebrunnen hat einen Durchmesser von knapp vier Metern. Er besteht aus fünf Säulen, stehend für fünf Jahrzehnte des Heimatvereins. Auf fünf Reliefplatten sind fünf Hauptereignisse der Stadtgeschichte dargestellt. Zwischen den Reliefplatten sind fünf Porträts bedeutender Düsseldorfer Persönlichkeiten angeordnet. Dem Stadtgeschichte erzählenden Kunstwerk angemessen ist der historische Standort oberhalb der unterirdisch fließenden Düssel und nicht weit entfernt vom Stadtmuseum, das im Spee'schen Palais auf der letzten noch erhaltenen Bastion der alten Zitadelle zu Hause ist. Dem Düsseldorfer Künstler Karl-Heinz Klein ist dank der Auswahl der Motive unbestritten ein sehr aussagestarkes Kunstwerk gelungen. An die 700. Wiederkehr der Stadtgründung erinnert das Stadterhebungsmonument von Bert Gerresheim, das die Düsseldorfer Jonges 1988 an die Stadt übergaben. Die an der Südwestecke des Pfarrgartens von St. Lambertus stehende Großplastik ist mit ihren knapp 460 Einzelteilen dem Burgplatz zugewandt. Das Monument spiegelt nicht nur die bedeutende Niederlegung der Siegel auf der Erhebungsurkunde wider, die Stadterhebung wird auch durch eine Vielzahl von Einzeldarstellungen beschrieben. Neben dem Kampfgeschehen wird gleichwertig auch das städtische Leben mit dem Marktgeschehen und Handel und Wandel dargestellt. Auch die Erhebung der Pfarrkirche St. Lambertus zum Kanonikerstift durch Papst Niklaus IV. fehlt nicht. Die hier beschriebene Aufzählung vermittelt bei einem Rundgang durch die Altstadt nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielzahl der seitens der Jonges über 75 Jahre in das Stadtbild eingebrachten "Sichtbaren Zeichen". Bedeutende weitere Übergaben wie die Jonges-Brücke im Südpark, der Nepomuk an der Oberkasseler Brücke und die Schneckenplastik am Aquazoo im Nordpark sind nur Hinweise auf weitere lieb gewonnene Blickfänge in unserem Stadtbild. Als letzte herausragende Übergabe in der Vereinsgeschichte dürften die vier Musikerköpfe am Eingang der Tonhalle in Erinnerung geblieben sein. Clara und Robert Schumann mit Norbert Burgmüller und Felix Mendelssohn Bartholdy stehen stellvertretend für die Musik in unserer Stadt und begrüßen nunmehr die Besucher im bedeutenden Musikhaus, der Tonhalle. Über die Entwicklung von "Sichtbaren Zeichen" hat sich seit dem Übergang in das neue Jahrhundert eine weitere, breit angelegte Einbindung unseres Heimatvereins in Angelegenheiten der Stadtentwicklung ergeben. Dabei sind Denkmalschutz, Stadtbildpflege und Stadtentwicklung koordiniert. Die Düsseldorfer Jonges sind in vielen Vorhaben frühzeitig eingebunden. Mit transparenten Verfahren, offenem Gedankenaustausch und der Begleitung der Realisierung von Vorhaben werden wir die Einbringung "Sichtbarer Zeichen" in unserem Stadtbild verändert wiederfinden. Dabei nehmen wir sowohl an den individuellen als auch gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen teil. Neben der Wahrung in der Pflege der Stadtgeschichte und der Entwicklungen der Vergangenheit besetzt der Heimatverein damit verantwortlich auch eine Position in der Begleitung der Planungsmaßnahmen in unserer Stadt.
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Termine & Veranstaltungen
Jeweils Dienstag, 20.00 Uhr, im Henkel-Saal, Ratinger Str. 25
Verleihung der Treuenadeln, Musikalische Begleitung: Kapelle Werner Bendel 23 MRZ 7. Jonges Forum „ Hallo, ich bin Ihr Nachbar „ Neue Wohnformen- und Ideen, vor allem generationsübergreifendes Wohnen. 30 MRZ Der Malteser Hilfsdienst Johannes Freiherr Heeremann von Zuydtwyck, 06 APR Presserückblick, Aufnahme neuer Mitglieder, Eierkippen mit Uwe Jens Ruhnau, WZ - Musikalische Begleitung . MachMajatzz - Düsseldorf 04 MAI Konsularischer Empfang
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