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Sichtbare Zeichen der Düsseldorfer Jonges

Vorwort und allgemeine Informationen

Um die Kenntnis über unsere Heimatstadt und ihre Geschichte zu vertiefen hat der Heimatverein Düsseldorfer Jonges in seiner über 80jährigen Geschichte zahlreiche "sichtbare Zeichen" der Erinnerung gestiftet und errichtet.

Viele dieser Zeichen - Gedenktafeln, Erinnerungszeichen und Denkmäler - führen ein Dasein mehr im Verborgenen; sie sind an Häusern oder auf Plätzen angebracht, die nicht immer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen. Dennoch verdienen auch diese Erinnerungen das Interesse aller heimatkundlich interessierten Mitbürger.

Anlässlich ihres 25jährigen Bestehens (im Jahr 2000)  hatte die Tischgemeinschaft "De Hechte" ein beachtenswertes Buch dieser "Sichtbaren Zeichen der Düsseldorfer Jonges" herausgebracht. Die langjährigen Bemühungen der Düsseldorfer Jonges um die Geschichte ihrer Heimatstadt sollen so einer noch größeren Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. 

Zu Ihrem 35jährigen Jubiläum (im Jahr 2010) hat die Tischgemeinschaft De Hechte dieses Werk um die inzwischen hinzu gekommenen neueren Monumente ergänzt, und in einer erweiterten Neuauflage als lebendigeren Version, als blätterbares Dokument zur interaktiven Nutzung ins Internet gestellt.

 

Stadtbildpfleger Volker Vogel:
Im Spannungsfeld von Tradition und Moderne

Die Stadtbildpflege zählt satzungsgemäß zu den wichtigsten Aufgaben unseres Vereins. Die eigentliche Tätigkeit der Stadtbildpflege umfasst neben den aktuellen Stadtentwicklungsthemen eine Vielzahl von Aktivitäten, die sich mit dem Thema „Heimat“ beschäftigen, und nachfolgend näher beschrieben werden. Dabei spielt die Erhaltung von historischen und charakteristischen
Elementen, die zur Identifikation der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer mit ihrer Stadt beitragen und sich damit von anderen Städten unterscheiden, eine ebenso gewichtige Rolle, wie der Blick auf einen modern geprägten Städtebau, der den sozialen, ökonomischen und ökologischen Anforderungen unserer Zeit gerecht wird. Die Definition von „Heimat“ mag vielfältig, individuell und kontrovers sein, jedoch sehen wir gerade am Beispiel unseres Stadtbildes, dass das Spannungsfeld von historischem (Jan Wellem, Weyhe) und jüngerem Städtebau (Tamms, autogerechte Stadt) ein Teil unserer Geschichte darstellt und zum gestaltgebenden Identifikationsfaktor wird.

Stadtentwicklung
Bis in die jüngste Vergangenheit haben die Jonges zu wichtigen Stadtentwicklungsthemen Stellung bezogen und sich maßgeblich eingebracht. Mit der Demonstration gegen die Tamms- Pläne zur Überbauung der Landskrone in den 60er Jahren, bis zu den innerstädtischen aktuellen Entwicklungen Kö-Bogen I und II oder zur Umgestaltung der „Schadowstraße“ haben die Jonges meinungsbildend und kontrovers an der öffentlichen Diskussion teilgenommen. In Umfragen
zum Umgang mit der Schadowstraße und dem Kö-Bogen wurde dazu neben den Tischvertretern die gesamte Basis befragt, um möglichst einen repräsentativen Querschnitt eines Mitglieder-Meinungsbildes zu erhalten. Darüber hinaus dient das Jonges-Forum im Rahmen des wöchentlichen Heimatabends bei wichtigen anstehenden Entscheidungen zum Stadtbild als
Informationsveranstaltung, bei der Interessenvertreter und Entscheidungsträger eingeladen werden, um auf dem Podium die verschiedenen Argumente transparent zu diskutieren.
In der näheren Zukunft stehen mit der Fertigstellung der Wehrhahnlinie und dem anhaltenden Bevölkerungszuwachs weitere Herausforderungen in der Stadtentwicklung an, die in erster Linie vom notwendigen (bezahlbaren) Wohnungsbau und einer weiteren innerstädtischen Verdichtung geprägt sind.


 1 Stadterhebungsmonument
 2 Radschläger
 3 Louise Dumont
 4 Sonnenuhr


Patenschaften und Projekte
Im Stadtbild Düsseldorfs gibt es eine Vielzahl von Denkmälern sowie Plastiken, Gedenk- und Grabtafeln, die von den Düsseldorfer Jonges gestiftet, initiiert und teilweise in Patenschaften von Tischgemeinschaften genommen worden sind. Ziel ist es, die mit wichtigen historischen Ereignissen oder Personen verbundenen Denkmale dauerhaft im Stadtbild zu erhalten. Dazu zählen auch bekannte Objekte wie z.B. das Stadterhebungsmonument, das Ratinger Tor oder die Sonnenuhr. Zum Jubiläumsfest wurde im Jahr 2013 am Hofweiher die Brunnenplastik „Jröner Jong“ übernommen und mittels der temporären „Manga-Fontaine“, und dem „Wateregg“ des bekannten deutsch-japanischen Künstlers Kanjo Také illuminiert. Eine genaue Aufstellung mit dazugehörigen Geschichten rund um die Patenschaften ist im Buch der „Sichtbaren Zeichen der Düsseldorfer Jonges“ vom Grupello-Verlag ersichtlich. Mit dem Projekt „Blickwinkel Ela“ unterstützen die Jonges zusammen mit den ortsansässigen Bündnispartnern Henkel, ARAG, Ergo und der Werbeagentur Kunst & Kollegen in Abstimmung mit der Stadt Düsseldorf eine mehrjährige Wiederaufbauarbeit von städtischen Grün- und Gartenanlagen, allen voran der Hofgarten, die Maximilian-Weyhe-Allee und der Ostpark, die durch den verheerenden Sturm im Sommer 2014 stark beschädigt wurden.

Gaslaternen
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Stadtbildpflege liegt im größtmöglichen Erhalt des historischen und weltweit einzigartigen flächendeckenden Gaslaternennetzes in Düsseldorf. Das mit der Entwicklung der Stadt Düsseldorf eng verwobene Licht erfährt in der Düsseldorfer Bevölkerung eine große Akzeptanz. Nicht nur aus historisierenden Gründen, sondern aus stadtgestalterischen Aspekten und aufgrund der immensen und nicht transparenten Umrüstungskosten stehen die Jonges für großräumige Erhaltungs- und Schutzzonen der Gaslaternen. Dazu wurde eigens im Verbund mit Fachleuten und anderen Heimatvereinen ein Alternativentwurf zum Vorschlag der Verwaltung entwickelt. Um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, fand im Dezember 2015 eine große Informations-Kundgebung auf der Landskrone statt. Aufgrund der weltweiten Einzigartigkeit hat die Düsseldorfer Gasbeleuchtung das Potential zum UNESCO-Weltkulturwerbe und wäre ein Alleinstellungsmerkmal über die Stadtgrenzen hinaus.

Förderpreis Architektur
Neben zahlreichen sozialen Engagements stiften die Jonges den Förderpreis der Architektur, der alle zwei Jahre an der Hochschule Düsseldorf ausgelobt wird. In Zusammenarbeit mit der dort zuständigen Architekturfakultät (PBSA) werden herausragende Arbeiten von Studierenden ausgezeichnet, die sich intensiv mit der Stadtgestaltung Düsseldorfs auseinandersetzen. Weitere Infos sind auf der Homepage einsehbar.

Zukunft und Kompass
Als traditions- und wertebewusster Heimatverein werden wir die Düsseldorfer Stadtentwicklung in Zukunft im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter kritisch begleiten und hinterfragen. Die Gestaltung des öffentlichen Raumes, das Wohnen in der Stadt und die Verbesserung der Lebensqualität unter ökologischen Gesichtspunkten sind für uns von herausragender Bedeutung.
Wir wollen neben dem Erhalt von vorhandenen Qualitäten und besonderer identitätsstiftender Merkmale auch neue Impulse setzen, die sich mit heutigen zeitgemäßen Themen auseinandersetzen und dem Anspruch einer modernen und weltgewandten Stadt gerecht werden.

 


1 Schiffsanker in Kaiserswerth
2 Louis-Kniffler-Tafel auf Deutsch und Japanisch
3 Jröner Jong im Hofgarten
4 Martin-Stele
5 Jonges-Brücke im Südpark