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Die Jonges im Spannungsfeld von Tradition und Moderne

Die Stadtbildpflege zählt zu den gemäß Satzung wichtigsten Aufgaben des Vereins. In einer dynamischen und von ständigen Veränderungen geprägten Stadt wie Düsseldorf stellen sich die Jonges den aktuellen Themen der modernen Stadtentwicklung, ohne die wesentlichen historischen und heimatprägenden Bezüge außer Acht zu lassen. Ziel der Jonges ist es, einen fundierten und aktiven Beitrag für die Stadtbildpflege Düsseldorfs zu leisten.


Stadtentwicklung

Bis in die jüngste Vergangenheit haben sich die Jonges zu wichtigen Stadtentwicklungsthemen zu Wort gemeldet und sich maßgeblich eingebracht. Mit der Demonstration gegen die Tamms’schen Pläne zur Vernichtung der Landskrone in den 60er Jahren bis zu den innerstädtischen aktuellen Entwicklungen Kö-Bogen I und II oder zur Umgestaltung der ‚Schadowstraße‘ haben die Jonges meinungsbildend und kontrovers in die öffentliche Diskussion eingegriffen.

In der näheren Zukunft stehen mit der Fertigstellung der Wehrhahnlinie und dem anhaltenden Bevölkerungszuwachs weitere Herausforderungen in der Stadtentwicklung an, die in erster Linie vom notwendigen (bezahlbaren) Wohnungsbau und einer weiteren innerstädtischen Verdichtung geprägt sind.


Patenschaften und Projekte

Im Stadtbild Düsseldorfs gibt es eine Vielzahl von Denkmälern, sowie Plastiken, Gedenk- und Grabtafeln, die von den Düsseldorfer Jonges gestiftet, initiiert und teilweise in Patenschaften von Tischgemeinschaften genommen worden sind. Ziel ist es, die mit wichtigen historischen Ereignissen oder Personen verbundenen Denkmale dauerhaft im Stadtbild zu erhalten. Dazu zählen bekannte Objekte wie z.B. das Stadterhebungsmonument, das Ratinger Tor, oder die Sonnenuhr.

Zum Jubiläumsfest wurde im Jahr 2013 am Hofweiher die Brunnenplastik ‚Jröner Jong‘ übernommen und mittels der temporären ‚Manga-Fontaine‘, und dem ‚Wateregg‘ des bekannten deutsch-japanischen Künstlers Kanjo Také illuminiert.

Eine genaue Aufstellung mit Geschichte ist im Buch der ‚Sichtbaren Zeichen der Düsseldorfer Jonges‘ im Grupello-Verlag ersichtlich.

Mit dem Projekt ‚Blickwinkel Ela‘ unterstützen die Jonges zusammen mit den ortsansässigen Bündnispartnern Henkel, ARAG, Ergo und der Werbeagentur Kunst & Kollegen in Abstimmung mit der Stadt Düsseldorf eine mehrjährige Wiederaufbauarbeit von städtischen Grün- und Gartenanlagen, allen voran der Hofgarten und die Maximilian-Weyhe-Allee.

Gaslaternen

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Stadtbildpflege liegt im größtmöglichen Erhalt des historischen und weltweit einzigartigen flächendeckenden Gaslaternennetzes in Düsseldorf.

Das mit der Entwicklung der Stadt Düsseldorf eng verwobene Licht erfährt in der Düsseldorfer Bevölkerung eine große Akzeptanz. Nicht nur aus historisierenden Gründen, sondern aus stadtgestalterischen Aspekten und aufgrund der immensen und nicht transparenten Umrüstungskosten stehen die Jonges für großzügige Erhaltungs- und Schutzzonen der Gaslaternen. Dazu wurde eigens im Verbund mit Fachleuten und anderen Heimatvereinen ein Alternativentwurf zum Vorschlag der Verwaltung entwickelt.

Um die Bevölkerung auf das Thema zu sensibilisieren fand im Dezember 2015 eine große Informations-Kundgebung auf der Landskrone statt.

Aufgrund der weltweiten Einzigartigkeit hat die Düsseldorfer Gasbeleuchtung das Potential zum UNESCO-Weltkulturwerbe und könnte als Alleinstellungsmerkmal über die Stadtgrenzen hinaus strahlen.


Förderpreis Architektur

Neben zahlreichen sozialen Engagements stiften die Jonges den Förderpreis der Architektur, der alle zwei Jahre an der Hochschule Düsseldorf ausgelobt wird.

In Zusammenarbeit mit der dort zuständigen Architekturfakultät (PBSA) werden herausragende arbeiten von Studierenden ausgezeichnet, die sich ausschließlich mit der Stadtgestaltung Düsseldorfs auseinandersetzen.


Zukunft

Als traditions- und wertebewusster Heimatverein werden wir die Düsseldorfer Stadtentwicklung in Zukunft im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter kritisch begleiten und hinterfragen.

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes, das Wohnen in der Stadt und die Verbesserung der Lebensqualität unter ökologischen Gesichtspunkten sind für uns von herausragender Bedeutung.

Wir wollen neben dem Erhalt von vorhandenen Qualitäten und besonderer identitätsstiftender Merkmale auch neue Impulse setzen, die sich mit heutigen zeitgemäßen Themen auseinandersetzen und dem Anspruch einer modernen und weltgewandten Stadt entsprechen.

Volker Vogel, Dipl. Ing. Architekt

Düsseldorf, im Januar 2017