Gedenktafel Erste Düsseldorfer Eisenbahn

Bereits im Jahre 1825 wurde der Vorschlag diskutiert, von Düsseldorf nach Elberfeld eine Eisenbahn zu bauen, um das Textilindustriegebiet in Wuppertal mit der Wasserstraße des Rheines zu verbinden.
Mehr als zehn Jahre dauerte es dann noch, bis die gröbsten Hindernisse aus dem Wege geräumt waren und die "Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft" gegründet wurde. Getragen von Düsseldorfer und Elberfelder Kaufleuten - unterstützt vom Regierungspräsidenten - begann die Gesellschaft ihre Tätigkeit und konnte am 20. Dezember 1838 die erste Teilstrecke von Düsseldorf nach Erkrath (8,6 Fahrkilometer, Fahrzeit 12 bis 15 Minuten) in feierlichem Rahmen in Betrieb nehmen.
Der erste Eisenbahnzug in Westdeutschland - auf der fünften Strecke in Deutschland überhaupt - war damit von Düsseldorf aus gefahren.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der ersten westdeutschen Eisenbahnstrecke würdigt im Jahre 1938 der
damalige Reichsverkehrsminister und Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr.-Ing. E.h. Julius Dorpmüller, ihre Bedeutung mit den Worten:
"Trotz der Weckrufe von Wirtschafts- und Verkehrspionieren wie Friedrich Harkort und anderen im Westen wurde erst gegen Ende des Jahres 1838 die erste Eisenbahn unter Überwindung schwieriger technischer Verhältnisse verwirklicht. Diese Strecke Düsseldorf-Erkrath wurde dann aber die Urzelle für das engste und intensivste Eisenbahnnetz Deutschlands, das durch seine Verkehrsdichte, seine Streckenbelastung, seine Leistungsfähigkeit vorbildlich geworden ist."
Bereits zu diesem Jubiläum 1938 hatte der Heimatverein Düsseldorfer Jonges dem Düsseldorfer Bildhauer Emil Jungbluth eine bronzene Gedenktafel in Auftrag gegeben.
Zur Anbringung im gerade fertiggestellten neuen Düsseldorfer Hauptbahnhof kam es dann nicht. Der Krieg brach aus, und alles als entbehrlich betrachtetes Metall wurde gesammelt, auch manches Kunstwerk wanderte dabei in die Hochofen der Waffenproduktion. Nicht so die bereits fertiggestellte Tafel von Jungbluth. Die Jonges konnten sie sechs Jahre gut verstecken, bis sie dann am 28. August 1951 enthüllt werden konnte. Sie trägt die Inschrift:

"Am 20. Dezember des Jahres 1838 fuhr die erste Eisenbahn in Westdeutschland von Düsseldorf nach Erkrath. Die Reichsbahndirektion Wuppertal und der Heimatverein Düsseldorfer Jonges errichteten diese Gedenktafel zur Erinnerung an entschlossene Pioniere der deutschen Wirtschaft."

Die Tafel, die sich im Treppenaufgang zum ehemaligen Euro-Restaurant befand, musste im September 1983 demontiert werden, bevor mit dem Abbruch des alten Gaststättenbereichs nördlich der Empfangshalle für den Neubau des Ibis-Hotels begonnen werden konnte.
Die Bundesbahndirektion hat die Gedenktafel inzwischen auf der Abschlusswand des Nordtunnels wieder angebracht.

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