Grabgedenksteine alter Bilker Friedhof

Nur etwa 100 Jahre diente der anstelle des Friedhofs um die alte Martinuskirche in Bilk in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts zwischen Sternwartstraße und Volmerswerther Straße neu angelegte Bilker Friedhof als Begräbnisstätte für die Bewohner im Süden der Stadt. Er wurde am 1. April 1904 geschlossen; an seine Stelle trat der Südfriedhof.
Am 25. Oktober 1928 berichten die Düsseldorfer Nachrichten von einer "Verwahrlosung, wie sie einer Großstadt nicht würdig ist". Im zweiten Weltkrieg verwüsteten zahlreiche Bomben die inzwischen parkartige und als Vogelparadies gepriesene Idylle. Dass das Gelände mit seinen noch lange sichtbaren Kriegsnarben in Zuge des Wiederaufbaus der Stadt nicht vollends eingeebnet wurde, verdanken die Düsseldorfer dem damaligen Direktor des Friedhofsamtes und dem Direktor des Stadtarchivs, Dr. Paul Kauhausen. Als sie Anfang der 50er Jahre, als das Friedhofsland in eine Parkanlage umgewandelt werden sollte, vor der Frage der endgültigen Grabräumung standen, kamen sie mit den Heimatvereinen Düsseldorfer Jonges und Bilker Heimatfreunde überein, "eine stille, eisenumgitterte Raststätte für jene zwölf Bilker Toten, die uns ein rühmliches Leben vorgelebt", zu schaffen.
Im Mittelpunkt des heute von der Volmerswerther Straße leicht erreichbaren Gräberfeldes steht auf einem niedrigen Steinblock der Rest des 1924 durch Blitzschlag zerstörten großen Friedhofskreuzes.
Vor dem Kreuz ruhen die Gebeine des berühmten Bilker Pfarrers und Gelehrten Doctor Anton Joseph Flosculus Binterim (1779 - 1855), daneben die seiner Amtsbrüder und Nachfolger, des Bilker Pfarrers Johann Wilhelm Palm (1810 - 1879), des Bilker Kaplans Johann Adam Jansen (1829 - 1825) und des Bilker Pfarrers Dr. Theol. Franz Henrichs (1837 bis 1891). Um diese Gräber herum hat man dann 1954 die Überreste acht weiterer verdienter Toten beigesetzt. Auf neuen, von den Düsseldorfer Jonges und den Bilker Heimatfreunden gestifteten Gedenktafeln sind folgende Namen und Inschriften zu lesen:

Maria Melos
Gottfried Kellers unsterbliche Judith,
Ferdinand Freiligraths würdige Schwägerin
19. 7.1819 - 8. 10.1888

Percy Freiligrath
Ferdinand Freiligraths und seiner Gattin Ida Melos jüngster Sohn
7. 8. 1852 - 5. 2. 1891

Johann Joseph Scotti
Der Schöpfer der Rheinischen und Bergischen Gesetzes- und Verordnungs-Sammlung
9. 5. 1787 - 3. 4. 1866

Der Heiligenmaler Ernst Deger
Er war eine Zierde der Kgl. Kunstakademie zu Düsseldorf
15. 4. 1809 - 27. 1. 1885

"Der Schlossermeister von Düsseldorf"
Joseph Wimmer
Er rettete die brennende St. Lambertuskirche am 11. Januar 1815 vor dem sicheren Untergang
9. 4. 1781 - 18. 6. 1860

Staatsarchivdirektor Geheimrat
Dr. Woldemar Harleß
Der Erforscher der Bergischen und Niederrheinischen Historie
27. 3. 1828 - 4. 6. 1902

Wilhelm Kreutzer
Er war über 40 Jahre Hauptlehrer in Bilk
"Du schufst ein Denkmal dir in Tat und Wort.
Im Segen blüht's in vielen Herzen fort"
7. 7. 1825 - 4. 1. 1892

Wilhelm Schiffer
Er war Bilker Bürger
wie alle die verehrungswürdigen Bürger der Heimatscholle.

Zu den Grabtafeln der vier Toten, die die Düsseldorfer Jonges gestiftet haben, finden sich weitere Einzelheiten auf den folgenden Seiten. 8)

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