Düssel-Quelle

Die Landeshauptstadt Düsseldorf liegt am Rhein, einem der imposanten Flüsse Europas. Darauf nimmt freilich der Name der Stadt - zum Leidwesen etlicher Einwohner - keinen Bezug. Der Bezeichnung nach handelt es sich bei der Stadt am Rhein um ein Dorf an der Düssel, jenem unscheinbaren Flüsschen, das in der Nähe des Burgplatzes verdeckt in den Rhein mündet. Von daher ist es vielleicht verständlich, dass nur wenige Düsseldorfer über Verlauf und Ursprung der Düssel Näheres wissen. In einem Artikel, der 1986 in der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Tischgemeinschaft ,,Blootwoosch-Galerie" erschien, befasst sich einer der besten Kenner der Düssel und ihres Ursprungs, Heimatfreund Herbert Schmitz-Porten, mit diesem Thema. Er fordert mehr Rückbesinnung auf das historisch Fundamentale unserer Stadt und kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Ignoranz vieler Verantwortlicher in Düsseldorf, die sich nur zum Rhein hingewendet fühlen, aber die Düssel, als Namenspatronin der Stadt, sträflich vernachlässigen. Dabei müssen schon die Diener Jan Wellems den Weg zur Quelle gut gekannt haben, weil der Kurfürst den Wein, den er "in der Canon" an der Zollstraße zu trinken beliebte, stets mit Düsselwasser verdünnte (welches damals schon im Düsseldorfer Stadtgebiet stark verunreinigt war). Der Ursprung der Düssel liegt zwischen Wülfrath und Tönisheide (Neviges) in Aprath, unweit der Asbrucher Straße 94.
Im Jahre 1936 haben Düsseldorfer Jonges - nach Absprache mit dem Besitzer des Geländes, H. Knab vom Knab-Hof - das zunächst auf einer Wiese breitflächig versickernde Quellwasser erstmals in Bruchsteine gefasst. Ferner wurde ein vom Heimatverein gestifteter und vom Bildhauer Alfred Stumpp geschaffener Gedenkstein mit der Aufschrift: Hier entspringt die Düssel - Heimatverein Düsseldorfer Jonges 1936 aufgestellt. Am 23.September 1936 wurde die auf diese Weise sichtbar gewordene Düsselquelle mit einer Ansprache des damaligen Baas Willi Weidenhaupt feierlich eingeweiht. Als die Tischgemeinschaft "Blootwoosch-Galerie" im Jahre 1986 ihr 50-jähriges Bestehen feierte, übernahm sie die Patenschaft über die Düsselquelle, die sich mittlerweile in einem desolaten Zustand befand. Die Brunnenanlage und das Umfeld wurden mit nicht unerheblichen finanziellen Mitteln und ehrenamtlicher Eigenleistung neu gestaltet. Als Blickfang wurde ein 450 kg schwerer Findling aus der Heide beschafft, durchbohrt und so platziert, dass er als Quelle fungieren konnte. Für Besucher wurden eine Bank und ein Hinweisschild aufgestellt. Im Beisein der Bürgermeister von Düsseldorf, Wülfrath und Mettmann sowie Baas Kurt Monschau und vieler Jonges mit Anhang wurde vor Ort am 27. Juli 1986 die neuerliche Einweihung gefeiert. In den darauf folgenden Jahren senkte sich durch den Bau der Bundesstraße 224 der Grundwasserspiegel soweit, dass die Quelle nur noch an regnerischen Tagen Wasser brachte. Die Witterungseinflüsse trugen ein Übriges dazu bei, dass 1998 eine abermalige Restaurierung notwendig wurde. Außerdem war der Besitzer des Grundstücks gezwungen, einen neuen ca. 50 m tiefen Brunnen in das Quellgebiet einzulassen, um Anwohner und Bauernhof mit Wasser zu versorgen. Diesen Umstand machten sich die Brunnen-Paten zunutze, indem sie den Überlauf des Brunnens dem vorhandenen Findling zuleiteten und so das Quellwasser wieder sichtbar machten. Für die Restaurierung mussten zum Beispiel bei der Bodengestaltung 4,5 t Kieselsteine in Auffangbecken und Bachbett geschaufelt werden. Am 4.Oktober 1998 wurde die Fertigstellung mit einem kleinen Umtrunk gebührend gefeiert.

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