Grabtafel Elisabeth Grube

Die ursprüngliche Inschrift auf dem Grabmal der am 21. April 1871 in Düsseldorf verstorbenen Dichterin und Schriftstellerin Elisabeth Grube, geb. Diez lautete:

"Glaube, Liebe, Hoffnung - aber die Liebe ist die größte unter ihnen".

Diese Aussage entspricht ihrem ganzen Wesen, das auf Liebe, Nächstenliebe und Wahrheit begründet war. Anstelle des verlorenen Grabmales befindet sich heute auf dem Alten Golzheimer Friedhof eine Grabtafel, die 1950 ihr zu Ehren von den Düsseldorfer Jonges gestiftet wurde.
Elisabeth Diez stammt aus dem Siegerland. Sie wurde am 22. Oktober 1803 in Netphen bei Siegen geboren. Trotz der vielen Arbeiten, die Haus, Feld und Garten und später ihre Familie mit sich brachten, machte sie es sich von Kind an zur Gewohnheit, bis spät in die Nacht zu studieren und zu schreiben. Die schönsten Tage und Wochen waren für sie, wenn der ältere Bruder Heinrich von der Universität heimkam und Lesestoff mitbrachte. Dieser Wissensdrang führte zu einer näheren Bekanntschaft mit dem Lehrer Friedrich Wilhelm Grube, der in Kirchen eine Leihbibliothek eingerichtet hatte. Im Alter von 20 bzw. 28 heirateten "Betty" und Friedrich.
Seine Anstellung als Sekretär bei der königlichen Regierung in Düsseldorf führte die Eheleute 1827 an den Rhein. "Was nur als flüchtiger Aufenthaltsort betreten wurde, sollte sich zum bleibenden Wohnsitz gestalten." Hier knüpfte Elisabeth Grube Kontakte mit namhaften Persönlichkeiten aus Kultur und Poesie. Sie bewegte sich unter Künstlern und Wissenschaftlern, zu denen besonders Immermann, Stilke, Schrödter, Lessing, Schirmer, Baumann gehörten. "Gewaltig war die Anregung, welche hier ihr durch und durch poetisches Gemüt empfing." Der Freundeskreis war groß, aber auch die Zahl der Familienmitglieder wuchs. In der Zeit von 1829 bis 1840 wurden zwei Mädchen und drei Jungen geboren.
Neben der Kindererziehung widmete sie sich der literarischen Arbeit. Erschienen sind von ihr: Liederkranz 1842, Wiesenblumen 1847, Gedichte 1857, Dramen 1864 sowie viele Gedichte und prosaische Erzählungen in verschiedenen Blättern. Ihr bekanntestes Werk ist "Jacobe von Baden", ein Drama über den Mord an der Prinzessin von Baden im ehemaligen Düsseldorfer Schloss, das 1862 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde. Dass sie sich auch als Düsseldorferin fühlte, zeigt auch ihre Erzählung über den "Schlossermeister von Düsseldorf", Joseph Wimmer, den Retter des am 11. Januar 1815 durch Blitzschlag in Flammen geratenen Turms von St. Lambertus (siehe auch: Gedenktafel Joseph Wimmer ).
Ihren Mann, Kommerzienrat, schickte die Preußische Regierung 1843 auf eine Mission zum Studium der Handelsverbindungen mit China nach Ostasien. Sie sah ihn nicht wieder. Er starb am 25. Juni 1845 auf Java. Sein Tagebuch über die Reise gab Elisabeth Grube 1848 in Krefeld heraus.
Ein besonderer Charakterzug war ihre aufopfernde Nächstenliebe.In den Hungerjahren 1840 und 1847 setzte sie sich erfolgreich für die Einrichtung der "Suppen-Anstalt" ein. An der "Kleinkinderschule Pempelfort" engagierte sie sich als einzige Protestantin im Vorstand.

"Den Armen war sie eine wahre Mutter, und vielen hat sie durch ihre Feder Linderung der Not verschafft."

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