Woldemar Harleß:
Der einer alten fränkischen Gelehrtenfamilie entstammende Harleß
kam am 20. August 1855 nach Düsseldorf, wo er ins Düsseldorfer Archiv eintrat,
dessen Leiter der Archivar Theodor Lacomblet war. Schon im Herbst 1856 übertrug
ihm der Provinziallandtag die Funktionen eines Registrators und eines
Kanzleiinspektors.
Nach dem Tode des Archivsekretärs Wallraf übernahm er auch dieses Amt, und vier Jahre
später, nach Lacomblets Tod, wurde er zum Geheimen Archivrat ernannt. Zusammen
mit den Elberfelder Gelehrten Bouterwek, Crecetius und Krafft gründete er den
Bergischen Geschichtsverein, in dessen Zeitschrift er viele seiner Forschungsergebnisse
veröffentlichte.
Schwerpunkte waren die Düsseldorfer Stadtgeschichte, die Geschichte des Herzogtums
Jülich-Cleve-Berg und die Reformationsgeschichte der Rheinlande. Über Herzog
Wilhelm V. von Jülich-Cleve sammelte er Urkunden und Aktenstücke.
Somit galt Harleß bald als die erste Autorität der niederrheinischen Geschichtsschreibung.
1900 trat Harleß in den Ruhestand und lebte noch zwei Jahre in Düsseldorf. Die Harleßstraße im Zooviertel wurde
nach ihm benannt.

