Sein Hauptwerk ist seine 1845 erschienene
"Philosophische oder vergleichende allgemeine Erdkunde, als Wissenschaftliche Darstellung der Erdverhältnisse und des Menschenlebens
nach ihrem inneren Zusammenhang", in der er sich als ein echter Anhänger des
großen Geographen Karl Ritter zeigte.
Vom Standpunkt der Hegelschen Philosophie aus suchte er hier in geistreicher Weise nachzuweisen,
wie der Entwicklungsgang der menschlichen Gesittung von der Natur der Erdfesten
beherrscht worden ist.
Als Lenker der menschlichen Gesittung erscheint Kapp das Wasser, und darum unterscheidet er in der
Weltgeschichte eine potamisch-orientalische, eine thalassisch-klassische und
eine ozeanisch-germanische Welt, dass heißt es entstehen Staaten zuerst an großen
Strömen, dann an einem Mittelmeere und endlich an einem offenen Weltmeere.
Im Jahre 1877 veröffentlichte Kapp seine "Grundlinien einer Philosophie der Technik", ein Werk, in dem es ihm darum geht,
die Entstehung und die weitere Vervollkommnung der aus der Hand des Menschen
stammenden Werkzeuge als Bedingung der Entwicklung des menschlichen Selbstbewusstseins darzulegen.
Der 16. Weltkongress der Philosophie 1978 in Düsseldorf war für die Düsseldorfer Jonges Anlass, einen
der ersten Philosophen der Technik zu ehren. Die vom Heimatverein gestiftete
Tafel mit Porträt trägt die Inschrift:
Ernst Kapp 1808 - 1896 Hier stand das Haus, in dem der Düsseldorfer Philosoph 1877 die erste "Philosophie de
Technik" schrieb.
Die Tafel ist am Hause Bismarckstraße 33-35 angebracht. Hier stand früher
das Gebäude, in dem Ernst Kapp 30 Jahre wohnte. Die Gedenktafel wurde von Edmund
Spohr entworfen und von Reinhard Graner modelliert.