Gedenktafel Louis Kniffler

Louis Kniffler, Pionier des deutschen Japanhandels. An der Immermannstraße wurde 1978 das Deutsch-Japanische Centrum eröffnet. Düsseldorf war zum wichtigsten und zentralen Standort für den japanischen Außenhandel in Europa geworden. Im Rahmen einer Festveranstaltung enthüllten die Düsseldorfer Jonges in Anwesenheit von 400 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur eine Gedenktafel zu Ehren des in Düsseldorf aufgewachsenen Louis Kniffler. Diese Tafel auf der Freundschaftssäule in der Mitte der Plaza des Centrums weist fogende Inschrift auf: Zur Erinnerung an den Wegbereiter des deutsch-japanischen Handels und ersten preussischen Konsuls in Japan."
Die Tafel wurde entworfen von Edmund Spohr und gestaltet von Reinhard Graner.
Louis Kniffler wurde 1827 in Wetzlar geboren. Seine Familie zog eineinhalb Jahre nach seiner Geburt nach Düsseldorf und wohnte hier im Hause Schadowstraße 75. In Düsseldorf erlebte Louis Kniffler seine Kindheit in einer behüteten, wohlhabenden und gutbürgerlichen Umgebung. Als groß gewachsener, schlanker, intelligenter und sehr lebhafter Rheinländer kam er 1850 als Stadtreisender nach Hamburg. Auf Grund seiner besonders erfolgreichen Arbeit als Kaufmann erhielt er schon nach kurzer Zeit ein Angebot, in der Hauptstadt Javas, dem heutigen Djakarta, dem damals führenden Handelsplatz in Niederländisch-Ostindien tätig zu werden.
Dem sonst so erfolgreichen Kniffler unterlief hier in seiner Funktion als Mitinhaber eines Unternehmens ein Verlustgeschäft von beträchtlicher Höhe. Dieses Verlustgeschäft war, wie sich später herausstellte, ein Glücksfall für die Entwicklung der deutsch-japanischen Beziehungen. Nachdem sich Japan nach einer zweihundertjährigen Isolation der Welt öffnete, gründete Kniffler am 1. Juli 1859 in Nagasaki ein Handelshaus, das zu der Weltfirma L. Kniffler & Co. expandierte.
Louis Kniffler war mit der erste deutsche Kaufmann, der sich in den freigegebenen Bezirken Japans niederließ. Zunächst arbeitet seine Firma noch unter dem holländischen Schutz. Auf Initiative Louis Knifflers kam es im Jahr 1861 zur Unterzeichnung des preußisch-japanischen Handelsvertrages. Noch im selben Jahr wurde Kniffler von seinen Landsleuten zum Vizekonsul in Nagasaki gewählt und 1865 als Konsul bestätigt. In dieser Funktion oblag ihm auch die Gerichtsbarkeit über seine Landsleute. Sowohl bei der Bewältigung hoheitlicher Aufgaben als auch im Geschäftsleben bewies Kniffler großes Geschick im Umgang mit Menschen. Louis Kniffler verließ Nagasaski und damit Japan in der Nacht von Silvester zu Neujahr 1865/66. Von seinen Freunden wurde er mit einem riesigen Feuerwerk verabschiedet. Als angesehener und sehr wohlhabender Mann aus Ostasien kehrte er in seine Heimatstadt Düsseldorf zurück. In der damals besten Wohngegend erwarb er das Haus Goltsteinstraße 17. Hier heiratete er als 39jähriger die 19jährige Arzttochter Hedwig Pfeffer. Von Düsseldorf koordinierte Kniffler die europäischen Geschäfte seiner Firma bis zum Frühjahr 1888. Im Alter von einundsechzig Jahren verstarb Kniffler. Die Niederlassung der Firma wurde nach Hamburg verlegt, da damals der Hamburger Hafen zunehmend an Bedeutung für den Ostasienhandel gewann.

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