Anfang der 60er Jahre wurden in Düsseldorf die Sonntags-Hofgartenkonzerte eingeführt.
Sie hatten in den Sommermonaten des Jahres 1965 einen solchen Zuspruch gefunden,
dass die Stadtverwaltung den Wunsch der vielen Musikanten erfüllen wollte: Es
sollte ein Pavillon gebaut werden, um die Kapellen vor plötzlichen
Regenschauern zu schützen. Ein Plan wurde ausgearbeitet, die Mittel im Haushalt
1966 angefordert. Dann kam der Rotstift des Stadtkämmerers und strich diese
Summe, weil wichtigere Aufgaben anstanden. "Schade", erklärte bei einem Besuch
(der damalige) Verkehrsdirektor Schweig dem (damaligen) Baas der Düsseldorfer
Jonges, Hermann Raths. "Ohne Pavillon ist unser ganzes Sommerprogramm in Frage
gestellt. Denn wie sollen sich die Kapellen schützen, wenn mitten im Konzert ein
Wolkenbruch über dem Hofgarten niedergeht". Schade.
"Warum schade", fragte (damals) Hermann Raths. "Ein Präsident eines Heimatvereins soll nicht nur die
Gelder seines Vereins zu Stiftungen für die Stadt verwenden, er soll auch
einmal in die eigene Tasche greifen. Das mache ich!" Sprach's, griff
aus Anlass seines 60. Geburtstags tief in die Tasche und schenkte den
Pavillon der Stadt Düsseldorf. Der Verein selbst stiftete dazu eine Reihe von
Bänken, die in der Nähe des Musikpavillons Aufstellung fanden.
Zur Übergabe am 5.Juni 1966 in einer Programmfolge "Die Stadt läßt bitten",
goss es übrigens in Strömen, womit bewiesen war, dass
Hermann Raths diesen Pavillon stiften
mußte.

