Hier verfassten 25 aus dem Kriege heimgekehrte Düsseldorfer
Medizinstudenten im Frühjahr 1919 eine Denkschrift.
Diese war ein wesentlicher Beitrag zur Gründung
der Medizinischen Akademie, der jetzigen Universität Düsseldorf.
Heimatverein Düsseldorfer Jonges
1968
So entschlossen sich die zurückkehrenden Düsseldorfer Medizinstudenten, einen Sprecher der Klinikerschaft zu wählen, der dem Berliner preußischen Kultusminister der jungen Weimarer Republik ein Memorandum mit der Forderung auf Fortsetzung des Studiums an der Düsseldorfer "Akademie für praktische Medizin" überreichen sollte. Dieser studentische Vorschlag wurde von allen Mitgliedern der Professorenschaft der Akademie, vor allem vom politisch sehr aktiven Direktor der Kinderklinik, Arthur Schlossmann - die Klinik trägt heute seinen Namen - unterstützt. Die entscheidenden Beratungen fanden im "Goldenen Kessel" statt.
Die Gedenktafel wurde vom Baas der Jonges, Hermann Raths, feierlich enthüllt, und der damalige Oberbürgermeister Becker nahm sie in die Obhut der Stadt. Anwesend waren auch einige jener 25-köpfigen Studenteninitiative, die im Frühjahr 1919 in dieser Gaststätte den Anstoß zur Gründung der Medizinischen Akademie gegeben und ihre Forderungen niederschrieben hatten. Zu den noch lebenden Teilnehmern gehörten Prof. Dr. Kindler, Heidelberg, der alte 39er, Medizinalrat Dr. Peretti, ferner der Facharzt Dr. Paul Hans Inden, dazu Frau Dr. Margarete Senft. Zur Stelle war auch die Kinderärztin Dr. Erna Eckstein-Schlossmann, Tochter des Geheimrats Schlossmann. Ohne den Geheimrat Schlossmann wäre eine derartige Gründung unmöglich gewesen.
Schlossmann als Schöpfer der grandiosen Ausstellung Gesolei 1926, als Direktor der Kinderklinik der Krankenanstalten, der revolutionäre neue Wege in der Säuglingsbehandlung fand, trieb als Berliner Parlamentsmitglied die Sache energisch voran. Er brachte den Vorstand jener Studenteninitiative mit dem preußischen Kultusminister und weiteren Ministern an einen Tisch in einem Privathaus an der Sternstraße zusammen, und schon am 7. Mai 1919 konnte der klinische Lehrbetrieb, aufgrund eines Genehmigungstelegramms von Professor Schlossmann, aufgenommen werden.



