Im Sommer 1822 übersandte der Landrat dem Oberbürgermeister einen von Vagedes entworfenen "Stadtbauplan"
mit einem Erläuterungsbericht und forderte die Stadt auf, das Honorar von 65
Talern und 25 Silbergroschen an Vagedes auszuzahlen.
Der Plan ist verschollen, der Erläuterungsbericht in Abschriften erhalten.
Wären die Ideen von Vagedes damals verwirklicht worden,
so hätte ohne Zweifel die Innenstadt Düsseldorfs ein weitgehend anderes Gesicht
bekommen. Seine einzelnen Vorschläge umfassen einen ganzen Katalog. Er wollte
die Straße Alte Stadt zum Rhein hin durch eine großzügige Freitreppe mit einer
Rheinuferstraße öffnen. (Eine Freitreppe ist heute am Burgplatz vorhanden, die
Rheinuferstraße im Tunnel verschwunden.)
Der Sicherheitshafen (heute Gelände vor der Kunstakademie) sollte zugeschüttet
werden. An seine Stelle sollte eine Werftanlage treten.
Den Paradeplatz, den heutigen Grabbeplatz, wollte er zu
einer waagerechten Fläche auffüllen, mit einer Brunnenanlage besetzen und mit
der heutigen Heinrich-Heine-Allee ebenfalls mit einer Freitreppe verbinden.
Vor allem aber plante er, die heutige Königsallee zur
Mittelallee der Stadt zu machen, diese durch einen in regelmäßigen Baublocks
gegliederten Neubauteil für Wohnzwecke nach Osten hin zu erweitern, der etwa
dieselbe Ausdehnung haben sollte wie die Stadt zwischen dieser Mittelallee und
dem Rhein.
Vagedes hatte bei seinen Planungen keine Hemmung, in die neugeschaffenen Hofgartenanlagen einzugreifen.
Dabei sollte nicht nur der "runde Weiher" im Zuge der Reitallee zugeschüttet, sondern auch der "Napoleonsberg",
den er ein "Hügelchen" nannte, abgetragen werden, damit die heutige Heinrich-Heine-Allee in
voller Breite nach Norden weitergeführt werden konnte.
Was Vagedes vorschwebte, war eine Stadt, in der nicht nur die neuen Stadtteile vom
Klassizismus geprägt sein sollten - in Übereinstimmung von Grund- und
Aufriss -, sondern auch der überkommene Teil der Stadt sehr weitgehend im
Sinne seiner künstlerischen Ideen umgestaltet werden sollte.
Seine Vorschläge riefen beträchtliche Kritik hervor. Die Stadtverordneten lehnten sie ab.
Maximilian Friedrich Weyhe (siehe auch:
Grabtafel Maximilian Friedrich Weyhe
und
Gedenktafel Maximilian Friedrich Weyhe
) verteidigte mit einem 1825 erstellten Gutachten sein Werk.
Es kam, wie es wohl kommen musste. Von Vagedes' großzügigen Ideen blieb in dem Kompromiss, den der König dann schließlich 1831
genehmigte, kaum etwas übrig. Dennoch - oder gerade weil er ein Kompromiss
zwischen den Ideen von Vagedes und Weyhe ist - ist dieser Plan von 1831 die Grundlage für die "Gartenstadt"
geworden, die Düsseldorf bis weit in das 19. Jahrhundert hinein gewesen ist. Der Bauplan von 1831
trug wesentlich dazu bei, dass die Stadt "den Charakter einer vornehmen
Behörden- und Beamtenstadt bis zum Beginn der fünfziger Jahre gewahrt" hat.