Grabtafel Maximilian Friedrich Weyhe

Maximilian Friedrich Weyhe, bedeutender deutscher Gartenkünstler, der Schöpfer des Düsseldorfer Hofgartens, Gründer des Rufes der Stadt Düsseldorf als Gartenstadt: Er starb am 25. Oktober 1846 und wurde auf dem von ihm angelegten Golzheimer Friedhof bestattet. Im Andenken an diesen Mann mit seinen großen Verdiensten für die Stadt Düsseldorf hat der Heimatverein Düsseldorfer Jonges im Jahre 1948 eine Gedenktafel an seinem Grab gestiftet mit der Inschrift: "Dem edlen Mitbürger M. F. W. zum treuen Gedenken von der dankbaren Bürgerschaft."
Die Grabtafel ist offenbar nicht mehr vorhanden. Es befindet sich dort noch eine 2 m hohe Säule mit der Inschrift: "Die dankbaren Mitbürger."
1975 brachten die Jonges anlässlich des 200. Geburtstages des Gestalters ihrer Stadt eine Bronze-Gedenktafel am Hofgärtnerhaus, dem heutigen Theatermuseum, an. Diese Tafel ist Ersatz für eine bereits 1933 gestiftete Tafel am Wohnhaus Weyhes auf der Jacobistr. 12, die im letzten Krieg zusammen mit dem Haus vollständig zerstört wurde.
Die folgenden Ausführungen sind vor allem dem beruflichen Werdegang Weyhes gewidmet. (Zur Bedeutung Weyhes für die Gartenstadt Düsseldorf siehe besonders: Gedenktafel Maximilian Friedrich Weyhe )
Am 15. Februar 1775 wurde Maximilian Friedrich Weyhe in Poppelsdorf bei Bonn geboren.
Er sollte der ganze Stolz seines Vaters, Josef Clemens Weyhe (1749 - 1813), werden. Schon der war Gärtner in einer hohen Anstellung, nämlich Hofgärtner des Kurfürsten von Köln, Maximilian Friedrich Graf von Königsegg-Rothenfels (1717-1784, regiert 1762-1784) und zu jener Zeit mit der Pflege des Schlossgartens Clemensruhe betraut. Ein "Adjunctions-Decret für Josef Weyh" zwecks Einstellung als Hofgärtner zu Poppelsdorf, datiert vom 25. April 1763, belegt dessen Tätigkeit dort. Später, um 1790, war Vater Josef Weyhe als Hofgärtner für den Kurfürsten Maximilian Franz von Österreich, Erzbischof zu Köln von 1784 bis 1801, in Brühl tätig. Dort arbeitete zur gleichen Zeit auch sein Schwager Peter Josef Lenné d. Ä. (1756-1821). In beiden Familien war der Gärtnerberuf zur Tradition geworden: Sowohl Maximilian Friedrich Weyhes Großvater Adrian als auch der Großvater Peter Josef Lennés d. J. (1789-1866), Cunibert Lenné, hatten das Gärtnerhandwerk erlernt. Peter Josef Lenné d. Ä. war zu der Zeit Verwalter von Schloss und Lustgarten zu Brühl.
Mit Clemens Josef Weyhe (1807-1871), einem der neun Kinder Maximilian Friedrichs, der gleich seinem Vater, Großvater Josef und Urgroßvater Adrian Gärtner wurde, setzte sich dieser Beruf in der vierten Generationen der Familie Weyhe fort. Er war lange Zeit ­ bis zum Jahre 1846 ­ als Tiergarten-Inspektor in Kleve tätig.
Maximilian Friedrich Weyhe wurde in Brühl von P. J. Lenné d. Ä. mit dem Wissen aller Gebiete des Gartenbaus und der Gartenkunst vertraut gemacht und somit umfassend ausgebildet. Seine Lehre dauerte auf den Tag genau drei Jahre: vom 2. Juni 1789 bis zum 29. Juni 1792. Umgekehrt bildete der Vater Weyhe später den jüngeren P. J. Lenné aus. Danach soll Weyhe noch einige Zeit als Gärtnergehilfe in verschiedenen Gartenanlagen des Kurfürsten gearbeitet haben, bevor er, um seine Kenntnisse zu erweitern, nach Schönbrunn bei Wien ging. Die besondere Neigung Weyhes zur Botanik bestimmte zunächst seinen weiteren beruflichen Werdegang. Er wurde 1801 nach Köln verpflichtet, um dort an der Centralschule botanischer Gärtner zu wirken. Im selben Jahr wurde er jedoch von Jakobi nach Düsseldorf gerufen.
Der Münsteraner Minister und Generalvikar Franz von Fürstenberg, der mit dem Jacobi-Haus in Düsseldorf eng befreundet war, hat dem Sohn Jacobi die Planer Adolph von Vagedes und Weyhe "vermittelt". Wie von Vagedes und Weyhe, so haben Schinkel und Lenné in Berlin und Brandenburg, Nash in London mit Loudon und Hausmann in Paris mit Alphand in einem Team zusammengearbeitet, wo jeder den anderen schätzte.
1828 wurde Weyhe Mitherausgeber des dreibändigen Werkes "Plantae Medicinales oder Sammlung offizineller Pflanzen mit lithographischen Abbildungen von A. Henry und Beschreibungen von M. Fr. Weyhe Königl. Garten-Inspector und Lehrer der Botanik zu Düsseldorf, Inhaber des Kön. Preuß. allgemeinen Ehrenzeichens erster Klasse. Mitglied des Vereines zur Beförderung des Gartenbaues in Preußen". Entsprechend seinem Auftrag lag Weyhes Hauptbeschäftigungsfeld schließlich in Düsseldorf, und hier trug er Wesentliches zur Gestaltung und Verschönerung der von den Festungsanlagen befreiten Stadt bei.
Nach Düsseldorf berufen zog Maximilian Friedrich Weyhe 1803 in seine Dienstwohnung im Hofgärtnerhaus (heute Theatermuseum). Leben und Arbeit waren damals wie heute untrennbar verknüpft.
Weil der Kaffeebetrieb, der ebenfalls im Hofgärtnerhaus stattfand, zu störend war, zogen er und seine Familie 1808 in das Haus Jakobistr. 12 um. Weyhe blieb auch dann in Düsseldorf, als der Landesherr im September 1805 seinen Besitz am Niederrhein mit allen Rechten an Napoleon I. abtrat und dafür die bayrische Königswürde erhielt. Napoleon bildete daraufhin als Pufferzone zwischen Frankreich und Preußen aus den rechtsrheinischen Gebieten, auf die Preußen nun hatte verzichten müssen, aus dem Herzogtum Berg und weiteren kleineren Territorien ein Großherzogtum gleichen Namens. Düsseldorf wurde Hauptstadt dieses neuen Staates, und Joachim Murat (1767-1815), Napoleons Schwager, übernahm als Großherzog die Macht. Als Murat 1808 zum König von Neapel bestimmt wurde, übertrug Napoleon das Großherzogtum formell seinem dreijährigen Neffen Louis Napoleon, trat aber selbst an dessen Stelle. Sieben Jahre später kam das Gebiet jedoch zu Preußen. Damit wurde ab 1815 aus der französischen Residenzstadt eine preußische Provinzstadt.
Im Jahre 1804 heiratete Weyhe die Tochter eines kurfürstlichen Beamten, Wilhelmine Esch. Neun Kinder wurden den Weyhes geboren: drei Söhne und sechs Töchter. Die Stadt Düsseldorf stand zu Weyhes Zeiten in hoher geistiger Blüte. Hier waren Literaten und Künstler zu Hause. Dem Akademiedirektor Wilhelm von Schadow folgten weitere Persönlichkeiten, darunter Eduard Bendemann, der Maler Louis Blane, weiter Justus Hübner, Theodor Hildebrandt, Karl Immermann, Carl Friedrich Lessing, Felix Mendelssohn-Bartholdy, der Komponist, Karl Schnase, Carl Ferdinand Sohn, Friedrich von Uechtritz und viele andere. Karl Schnase war Obertribunalrat; er war der bedeutende Kunsthistoriker und Schöpfer der neuen wissenschaftlichen Kunstbetrachtungen. Friedrich von Uechtritz war Landgerichtsrat und Dichter. Mit Christian Dietrich Grabbe (siehe auch: Grabbe-Büste) bildeten sie das berühmte Kleeblatt; sie waren die Bannerträger für deutsche Kultur.
Auch andere Persönlichkeiten haben im Hause Weyhe verkehrt. Sie alle fühlten sich hier wohl, zumal in diesem behaglichen Kreise die geistreiche Frau des Hauses denselben durch ihre Persönlichkeit immer lebendiger werden ließ. Auch der Hausherr selbst, ein Mann von liebenswürdigem, stets gütigem Wesen, mit großem Entgegenkommen und Wohlwollen von Natur ausgestattet, trug zu dieser feinen Geselligkeit wesentlich bei.
Heinrich Heine, dessen Jugenderlebnis die Gestaltung der Stadt, vornehmlich des Hofgartens unter der Verantwortung des Staatsrates Jacobi, gewesen ist, hat den Begriff "das klassisch schöne Düsseldorf" geprägt. Was vor den Augen dieses Dichters entstand, war die "Vagedes-Weyhe-Stadt".

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