Projekt Jonges Haus - Fragen und Antworten - Update

Unser Jonges-Haus soll neu entstehen – als lebendiger Mittelpunkt unseres Vereinslebens und als starkes Symbol für unsere Heimatverbundenheit.

Klar ist: Das Jonges-Haus ist mehr als nur ein Gebäude. Es ist ein Stück Düsseldorf, ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Gemeinschaft, mitten in der Altstadt. Damit es auch für kommende Generationen ein Zuhause bleibt, braucht es einen mutigen Schritt nach vorn.

Die Fragen und Anregungen der Heimatfreunde, die uns sowohl mündlich als auch schriftlich erreicht haben, haben wir hier in Kategorien zusammengefasst und kommentiert.

Bei unbeantworteten Themen bitten wir um eine Email an unsere Geschäftsstelle unter geschaeftsstelle@duesseldorferjonges.de. Hier werden die Fragen gesammelt und an unseren Baas Dr. Reinhold Hahlhege und Stadtbildpfleger Maximilian Schönauer zur Stellungnahme und vereinsinternen Veröffentlichung weitergeleitet.

Außerdem stellen wir hier die auf dem Jonges-Haus-Forum auf dem Heimatabend am 19. Mai 2026 gezeigte Präsentation und die dazugehörigen Referentennotizen bereit.

Hinzu kommen die drei Zusammenfassungen der Workshops am 24. Juli, 7. August und 21. August.

Downloads Projekt Jonges Haus

Historie des Projekts

Ergebnisse der drei Workshops 

1. Workshop: Grundsatzausrichtung, Zustand des Hauses, 21.07.2026

Erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt (u. a. Feuchtigkeit, Dachschäden, Brandschutz, fehlende Barrierefreiheit); künftiges Selbstverständnis und Rolle des Vereins diskutiert; Anforderungen an einen künftigen Jonges-Ort definiert; Varianten Sanierung, Neubau, Kauf, Miete und getrennte Lösung benannt; Auftrag zur Erstellung eines Funktions- und Bedarfsprofils.


 2. Workshop: Nutzer-, Funktions- und Flächenbedarf, 07.08.2026

 Nutzer (Geschäftsstelle, Vorstand, Redaktion, Archivgruppe, Mitglieder) und benötigte Funktionen festgelegt; Bedeutung des Archivs hervorgehoben (rund 3.500 Bücher, ca. 25.000 Fotografien); Bedarf von rund 215 m² Nutzfläche (entspricht ca. 290 m² Brutto-Geschossfläche) ermittelt; erste, unverbindliche Planungsidee für das Bestandsgebäude vorgestellt; drei Varianten für den Vergleich festgelegt: Kernsanierung, Kauf, Miete; Unterschied zwischen Planungsbeschluss und späterem Bau- und Finanzierungsbeschluss definiert.


3. Workshop: Wirtschaftlichkeitsvergleich, Empfehlung

Varianten wirtschaftlich verglichen: Miete (rund 44.000 €/Jahr), Kauf in der Altstadt (rund 2,8 Mio. €), Kernsanierung Mertensgasse 1 (Projektkosten ca. 1,66 Mio. €, u. a. über Darlehen und rund 585.000 € Spenden-/Fördermittel finanzierbar); Kernsanierung als bevorzugte Variante identifiziert; Standort Altstadt mit deutlicher Mehrheit bestätigt (31:2); Empfehlung zur Freigabe von Planungsmitteln bis 90.000 € beschlossen (29:0, 4 Enthaltungen) – ausdrücklich noch keine Bau- oder Finanzierungsentscheidung.

Fazit

Der dreiteilige Workshop hat den Bedarf ermittelt, die Varianten Kernsanierung, Kauf und Miete wirtschaftlich verglichen sowie den Standort Altstadt mit deutlicher Mehrheit bestätigt. Als tragfähigste Option wurde die Kernsanierung der Mertensgasse 1 identifiziert. Der Workshop empfiehlt der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. September 2026 die Freigabe von Planungsmitteln in Höhe von maximal 90.000 €, um Machbarkeit, Genehmigungsfähigkeit, Kosten und Finanzierung zu prüfen. Über die eigentliche Durchführung und Finanzierung der Kernsanierung entscheidet die Mitgliederversammlung zu einem späteren Zeitpunkt gesondert.

Standort

Die Mehrheit der Tischbaase, zahlreiche Mitglieder und der Vorstand sehen die Geschäftsstelle der Düsseldorfer Jonges im Herzen der Düsseldorfer Altstadt. Ein so großer Heimatverein gehört ins Zentrum. In einer Zeit, in der alle weltweit sichtbar und zuhause unsichtbar sind, gewinnt unser Verein an gesellschaftlichem Gewicht. Und an emotionalem Wert.

Flächenbedarf

Der Flächenbedarf der Geschäftsstelle wurde durch Nutzer, Tischbaasvertreter, Bausachverständige und Vorstand definiert: circa 215 m2 Netto-Geschossfläche (das entspricht circa 300 m2 Brutto-Geschossfläche, inkl. Treppen, Flur, Innenwänden, Außenwänden etc.)

 

Sekretariat, Doppelarbeitsplatz: 18 m²

Baas: 14 m²

Geschäftsführer HV: 14 m²

Geschäftsführer DJgGmbH / Schatzmeister / Funktionsträger: 18 m²

Archivgruppe: 20 m²

Bibliothek: 12 m²

Archiv: 12 m²

Konferenzraum (12 Personen): 25 m²

2 WCs Damen / Herren: 8 m²

Dusche Radfahrer: 2 m²

WC Besucher (barrierefrei): 4 m²

Erlebnisraum Jonges: 20 m²

Teeküche: 5 m²

Garderobe: 2 m²

Lager, Prospekte, Büroartikel, Post, Technik: 15 m²

Lager für Geräte, Fahnen etc.: 20 m²

Abstellraum für Mülltonnen, Werkzeug, Keller: 6 m²

Summe Netto-Geschossfläche: 215 m²

Szenario-Analyse Ergebnisse

Auftrag zur Analyse im Heimatabend und Tischbaastreffen

Szenario 1 – Anmietung von Büroräumen (215 m² NRF):

Zu erwartende Kosten (Gesamtaufwand inkl. Indexierung), je nach Kaltmiete:

Kaltmiete                                                            10 Jahre           15 Jahre           20 Jahre

17 €/m² (43.860 €/Jahr)                   533.720 €       817.519 €          1.130.856 €

22 €/m² (56.760 €/Jahr)                   690.696 €      1.057.966 €    1.463.461 €

28 €/m² (72.240 €/Jahr)                   879.068 €      1.346.502 €    1.862.587 €

>> zu unwirtschaftlich, Kapitalabfluss
 

Szenario 2 – Ankauf einer Immobilie (300 m² BGF):

Bedarfsgerechtes Gebäude in der zentralen Altstadt zum Durchschnittspreis von 8.400 €/m² 

Zu erwartende Kosten:

>> zu teuer, nicht darstellbar 


Szenario 3 – Kernsanierung des Bestandsgebäudes (300 m² BGF):

Kernsanierung im Bestand inkl. Flächennutzungsoptimierung
Kostenaufstellung (inkl. 19% USt):

>> am wirtschaftlichsten, wertschöpfend

Ergänzender Finanzierungshinweis: Bei Finanzierung über ein Darlehen aus der eingesparten Miete (417.000 € bei 10 Jahren Laufzeit bzw. 610.000 € bei 15 Jahren) sowie Spenden/Fördermitteln (Mitgliederspenden 85.000 €, Fördermittel 300.000 €, Stiftungen 200.000 €) verbleibt ein Eigenkapitalbedarf von rund 678.000 € (10 Jahre) bzw. 485.000 € (15 Jahre) – bei vorhandenem Eigenkapital von rund 1.007.000 € gut darstellbar.

 

Übersicht der 3 Szenarien

(Betrachtungszeitraum 15 Jahre)

         Fläche                                   Kosten (15 Jahre)                        Kostenart        

 

1. Anmietung                  

215 m² NRF                       817.519 € – 1.346.502 €            laufend, keine Vermögensbildung

 

2. Ankauf                           

300 m² BGF                       2.895.400 €                               Kapitalbindung, zzgl. Finanzierung

 

3. Kernsanierung

     300 m² BGF         1.665.934 €                                   Kapitalbindung, erhält Vereinseigentum


Fazit

Über 15 Jahre betrachtet ist die Anmietung trotz geringerer Einstiegskosten die teuerste Lösung ohne jeden Vermögenswert – das Geld fließt vollständig ab. Der Ankauf einer vergleichbaren Immobilie in der Altstadt ist mit rund 2,9 Mio. € wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Kernsanierung des Bestandsgebäudes ist mit rund 1,67 Mio. € nicht nur die günstigste Variante, sondern erhält zugleich das vereinseigene Gebäude als Vermögenswert – sie stellt sich damit als wirtschaftlich und strategisch tragfähigste Option dar.

Honorare und Aufgaben der Fachplaner

Eine Kernsanierung des Jonges-Hauses ist mit einem einzelnen Architekten allein nicht umzusetzen. Das Gebäude ist historisch geprägt, liegt in der denkmalgeschützten Altstadt und weist nach den Feststellungen auch der Workshops konkrete Mängel bei Brandschutz, Haustechnik und Bauphysik auf. Für eine belastbare, genehmigungsfähige Planung braucht es deshalb ein Team aus Fachplanern, die jeweils einen eigenen, gesetzlich oder technisch notwendigen Baustein beisteuern. Die folgende Übersicht zeigt die dafür kalkulierten Honorare (jeweils brutto, nach Abzug eines zu verhandelnden Nachlasses).

 

Honorarübersicht 

Leistung                                                                                  Summe brutto incl. Nachlass

Objektplanung, Architekt                                         23.778 €

Tragwerksplanung, Statik                                       14.559 €

Technische Ausrüstung                                            12.357 €

Wärmeschutz                                                             2.549 €

Schallschutz                                                              2.249 €

Vermessungsingenieur                                             0 €

Lageplan Erstellung                                                  9.996 €

Brandschutz                                                              0 €

SiGeKo                                                                      3.749 €

Sachverständiger Prüfstatik                                 11.620 €

Abnahmen                                                                 1.874 €

Allgemeine Baunebenkosten                               1.000 €

Planungsaufwand gesamt                                   83.731 €

 

Vermessungsingenieur und Brandschutz sind mit 100 % Nachlass kalkuliert (bereits vorliegende bzw. anderweitig finanzierte Leistung) und erscheinen daher mit 0 €. Die Gesamtsumme von 83.731 € liegt innerhalb des vom Workshop empfohlenen Rahmens von max. 90.000 € Planungsmitteln.


Warum diese Fachleute notwendig sind

Objektplanung, Architekt – Entwirft die bauliche Lösung und koordiniert alle Fachplaner sowie Bauaufsicht und Denkmalpflege.

Tragwerksplanung, Statik – Weist nach, dass Eingriffe wie die Verlegung des Treppenhauses die Tragstruktur des Altbaus nicht gefährden.

Technische Ausrüstung – Plant die Erneuerung der als mangelhaft festgestellten Elektro-, Sanitär- und Haustechnik.

Wärmeschutz – Sichert die energetischen Mindestanforderungen (GEG) und reduziert die bekannte sommerliche Hitzeentwicklung.

Schallschutz – Verhindert, dass sich Geschäftsstelle, Besprechungs- und Begegnungsbereiche gegenseitig stören.

Ingenieur Vermessung – Liefert die maßgenaue Bestandsvermessung als Grundlage jeder weiteren Planung (bereits vorliegend, 100 % Nachlass).

Lageplan Erstellung – Amtlicher Lageplan als Voraussetzung für die Genehmigungsplanung in der Altstadt.

Brandschutz – Behebt die im ersten Workshop festgestellten Fluchtweg- und Brandschutzmängel; zwingend für jede Nutzung und Genehmigung (Gutachten bereits vorliegend, 100 % Nachlass).

SiGeKo – Gesetzlich vorgeschriebene Koordination des Arbeitsschutzes auf der Baustelle.

Sachverständiger Prüfstatik – Unabhängige, bauaufsichtlich geforderte Prüfung der Standsicherheit.

Abnahmen – Förmliche Abnahmen sichern Rechts- und Nutzungssicherheit nach Fertigstellung.

Allgemeine Baunebenkosten – Deckt Genehmigungsgebühren und weitere Kosten ohne einzelnen Fachplaner ab.

Fazit

Erst das Zusammenspiel dieser Fachdisziplinen liefert die belastbare technische, rechtliche und wirtschaftliche Grundlage, die für eine handfeste, genehmigungsfähige Projektentwicklung nötig ist. Genau das soll mit der Freigabe der Planungsmittel ermöglicht werden: Nicht jede der genannten Leistungen ist ein „Extra", sondern jede erfüllt eine Anforderung, die auch in den drei Workshops bereits als Mangel oder Voraussetzung benannt wurde – von der Statik über den Brandschutz bis zur energetischen und akustischen Qualität des künftigen Jonges-Ortes

Empfehlung zur umfassenden Kernsanierung

Wir im Vorstand sind der Überzeugung, dass eine umfassende und damit zukunftsweisende Kernsanierung des Jonges-Hauses den höchsten Wert für den Verein hat und am einfachsten umsetzbar ist.

Die Bestandsimmobilie würde stark verändert und für die Zukunft vorbereitet werden. Unser Verständnis des Vereins ist der unmittelbare zwischenmenschliche Kontakt. Dafür brauchen wir als Empfang im Erdgeschoss eine Art Treffpunkt im Herzenszentrum Düsseldorfs.

Wir empfehlen diesen Weg, weil die Geschäftsstelle nicht ständig mit der Lösung von Problemen konfrontiert sein darf, sondern an einer guten Zukunft des Vereins arbeiten sollte.

Selbstverständlich werden wir, sollte das Ergebnis dieser Planung unüberwindbare Hürden aufzeigen, alle bleibenden Alternativen prüfen und gemeinschaftlich eine funktionierende Lösung für unseren „Jonges-Ort“ erarbeiten.

Nächste Schritte in Richtung einer umfassenden Kernsanierung

Zur Festlegung der weiteren Maßnahmen benötigt man vor der eigentlichen Bauausführung eine für alle Gewerke abgestimmte Planung mit einer belastbaren Kostenberechnung.

Die Durchführung dieser Planungsarbeiten, die mit ca. 90.000 € berechnet wurden, soll nun auf der eigens dafür einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. September 2026 durch die Mitglieder freigegeben werden.

Die dafür erforderlichen Planungsmittel stehen aufgrund einer zweckgebundenen Spende in Höhe von 100.000 € zur Verfügung.

  1.  Außerordentliche Mitgliederversammlung am 8. September 2026: Durch Mitglieder abgestimmte Beschlussfassung für die Freigabe von Planungsmitteln, die eine Kernsanierung zum Ziel haben

  2. Fachingenieure für die Entwurfs- / Genehmigungsplanung

  3. Beauftragung Architekt

  4. Beauftragung Geotechniker

  5. Beauftragung Vermesser

  6. Beauftragung Statiker + Prüfstatiker

  7. Beauftragung Bauphysiker

  8. Beauftragung TGA Planer (Technische Gebäudeausrüstung)

  9. Beauftragung Brandschutzingenieur

  10. Nach Ausarbeitung von Punkt 2., f.: erneute Kostenprognose der Maßnahme nach maßstäblicher Definition der Planung, anschließend hierüber ausführliche Erläuterung und vereinsinterne Diskussion

  11. Erneute Mitgliederversammlung und Abstimmung

Sanierungskosten und Finanzierung

Die konkreten Kosten des Projekts werden in einer Kostenberechnung nach einem ausgearbeiteten Entwurf dargestellt. Für diesen Entwurf müssen die vorgenannten Fachingenieure beauftragt und bezahlt werden.

Sobald der Finanzierungsbedarf definiert ist, kann gezielt an der Finanzierung gearbeitet werden.

Klar ist aber auch jetzt schon: Wir sind beim „Projekt Jonges-Haus“ auf Spenden angewiesen. Darüber hinaus bietet das NRW-Heimatministerium diverse Fördermöglichkeiten, um die wir uns ebenfalls bemühen werden.

Je höher die Summe der Zuwendungen, desto niedriger die Finanzierungssumme und dementsprechend geringer die monatliche/jährliche Tilgung.

Es liegt eine Spende in Höhe von 100.000 € vor. Zweckgebunden für das Jonges-Haus. Das Tagesgeschäft und Charity-Projekte werden unverändert weiterlaufen.

Schon jetzt haben wir verlässliche Zusagen für die Unterstützung bei unserem Projekt.

Ablauf bei einer Entscheidung gegen die Kernsanierung

  1. Sanierungsarbeiten am Gebäude wären dennoch und teils unverzüglich durchzuführen.

  2. Diese betreffen unter anderem die komplette Heizungs- und Sanitärinstallation, den Austausch der Fenster die Trockenlegung des Kellers und der Außenwand sowie die Neuinstallation der gesamten Elektro- und EDV-Technik

  3. Die Maßnahme bräuchte ebenso eine umfassende und kostspielige Planung.

  4. Die Sanierung würde schätzungsweise mindestens 6 Monate dauern und eine Interimsgeschäftsstelle mit sich bringen.

  5. Während der Zeit bis zu einer neuen Abstimmung würden Kosten durch anfallende Sanierungen anfallen

Einbindung der Planungsergebnisse bei ausgefallener Kernsanierung

  1. Die Planungskosten wären auch bei einem Verkauf des Gebäudes eine sinnvolle Investition, da eine bereits genehmigte Planung den Verkaufswert steigern würde.

  2. Bei einer Sanierung kleineren Maßstabs wären viele Teile der Planung wiederverwertbar.