Jonges stehen an Tillys Seite
Düsseldorfer Jonges stehen an Tillys Seite
Freie Meinungsäußerung ist nicht verhandelbar
Ein Moskauer Gericht hat den Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly zu achteinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe von 200.000 Rubel verurteilt. Das Urteil sorgt auch in der Landeshauptstadt für deutliche Reaktionen. Die Düsseldorfer Jonges sehen darin einen Angriff auf grundlegende demokratische Werte und bekennen sich ausdrücklich zur Freiheit von Kunst und Meinung.
„Es gehört zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, Gedanken und Meinungen frei äußern zu können. Diese Haltung leben wir im Düsseldorfer Karneval seit Jahrzehnten – und daran wird sich nichts ändern.
Wir lassen uns weder unsere Meinung verbieten noch die Kritik an Verhältnissen, die unseren Werten widersprechen. Gerade diese Form der klaren, auch zugespitzten Auseinandersetzung ist Teil unserer Tradition. Und genau das lassen wir uns nicht nehmen“, erklärt Baas Dr. Reinhold Hahlhege.
Für die Düsseldorfer Jonges steht fest: „Die Tradition der kritischen, pointierten Auseinandersetzung im Karneval ist Ausdruck einer offenen Gesellschaft und nicht verhandelbar.“
Jacques Tilly ist seit vielen Jahren eng mit den Düsseldorfer Jonges verbunden: So wurde er 2019 vom Verein als bildender Künstler ausgezeichnet, und gestaltete 2022 zum 90. Geburtstag der Jonges einen Straßenbahnwaggon der Rheinbahn als rollendes Kunstwerk, auf dem er die Geschichte des Vereins in Szene setzte.
Jaques Tilly, der mehrfach Russlands Staatschef Wladimir Putin zum Motiv für seine Karnevalswagen gemacht hatte, wurde nach Angaben des Gerichts der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte sowie der Verletzung religiöser Gefühle schuldig gesprochen. Neben der Haftstrafe verhängte das Gericht eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2.000 Euro und erteilte ihm ein vierjähriges Arbeitsverbot.